Zeitlicher Überblick


2004: Das Wirtschaftsministerium beschließt, sich an der Initiative fFORTE (Frauen in Forschung und Technologie) zu beteiligen und beauftragt Joanneum Research mit einer Studie. Diese soll Vorschläge erarbeiten, wie der geringe Frauenanteil in der technisch-naturwissenschaftlichen Forschung, v.a. auch auf der Führungsebene anzuheben ist: welche Maßnahmen sind ergänzend zu den bereits laufenden Initiativen des Wissenschafts- und Unterrichtsministeriums sowie des BMVIT sinnvoll? Ziel ist die Ausarbeitung eines Maßnahmenkataloges  aus dem die Idee zum Programm w-fFORTE mit der Aktionslinie "Laura Bassi Centres of Expertise" entsteht.

2005: Die Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) wurde mit o.g. Studie des Joanneum Research beauftragt, die sich der Frage widmet, welche Hemmnisse Frauen am Aufstieg in der kooperativen Forschung behindern. Die Studie wurde im Rahmen der Technologiegespräche des Europäischen Forum Alpbach im Arbeitskreis "Exzellenz - eine Frage des Geschlechts" diskutiert. Daraus erging der Vorschlag für ein Forschungsprogramm mit neuartigen Exzellenzkriterien, die sich nicht ausschließlich am männlichen Karrieremodell orientieren.

2006: Das Programm "Laura Bassi Centres of Expertise" wird vom Wirtschaftsministerium gemeinsam mit der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG) entwickelt.

2007: Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFTE) spricht eine Empfehlung für die Implementierung der Laura Bassi Zentren aus; folgende Kriterien sind dabei von Bedeutung:

  • Sackgasse Frauenförderung soll vermieden werden
  • Zentren sollen als Elemente der Gleichstellung fungieren
  • Erweiterte Qualitätskriterien in Richtung vorausblickendes Forschungsmanagement
  • Erweiterung der Evaluierungskriterien (Zukunftspotenzialanalyse)
  • Installierung eines Förderprogramms mit Serviceeinrichtung, Abwicklung durch w-fFORTE

Das Laura Bassi Exzellenzprogramm soll also nicht als Frauenförderungsprogramm designt werden, sondern als Exzellenzprogramm mit neuen Rahmenbedingungen, das die Entwicklung einer zeitgemäßen Forschungskultur begünstigt. Die Beseitigung struktureller Hemmnisse stellt eine indirekte Förderung für jene Frauen und Männer dar, deren Biographien dem klassischen Karriereschema nicht entsprechen.

2008: An das Beratungsunternehmen convelop cooperative knowledge design gmbh erging der Auftrag zur Erstellung der Zukunftspotenzialanalyse. Convelop führte vorbereitende Interviews mit zwei LeiterInnen von Christian-Doppler Labors durch, sowie mit vier Leitern von K1 und K2 Zentren (wissenschaftlich und kaufmännisch). Die Interviewten wurden nach aktuellen Anforderungen an Führungspersönlichkeiten in der Wissenschaftslandschaft befragt und danach, wie bestehende Karrierehürden für Frauen überwunden werden können. Auf Basis dieser Erkenntnisse wurde die Zukunftspotenzialanalyse designt. Herangezogen wurde auch das Internationale Kompetenzmodell des Centre of Creative Leadership Council. Gemeinsam mit dem w-fFORTE-Team der FFG wurde schließlich der konkrete Verfahrensablauf für das Auswahlprozedere der Laura Bassi Centres geplant.

April 2008: Start der Ausschreibung, womit die Möglichkeit bestand, sich für ein LBC zu bewerben.

Juni 2009: Das zweistufige Auswahlverfahren wurde abgeschlossen. Aufgrund der hohen Qualität der Anträge wurden acht Zentren - anstelle von wie ursprünglich vorgesehen sechs - zur Förderung empfohlen und eingerichtet.

Ab Herbst 2009 nahmen die neuen Laura Bassi Centres of Expertise ihre Arbeit auf.

Jänner 2010 startete die begleitende Evaluierung des Impulsprogramms durch die KMU-Forschung Austria in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe. Evaluiert werden Programmdesign, Implementierung, Auswahlverfahren, die Begleitung durch das w-fFORTE Team sowie die Auswirkungen des neuen Anforderungskatalogs auf die Forschungskultur in den Laura Bassi Zentren.