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w-fFORTE Studien

careers@communication: Digitalisierte Kommunikation in Unternehmen – Karrierehindernis oder Karrierechance für Frauen?

 

Dass der Einsatz von IuK-Technologien Kommunikationsformen und Arbeitsabläufe verändert, ist hinlänglich bekannt. Inwiefern dadurch allerdings die hierarchischen Geschlechterverhältnisse in Unternehmen destabilisiert oder aber verfestigt werden, ist bislang weder gefragt noch empirisch untersucht worden.

Das Forschungsprojekt careers@communication ist dieser Frage in großen österreichischen Unternehmen nachgegangen. Es sind quantitative wie qualitative Daten erhoben worden, die darauf hinweisen, dass Technologien zwar in die innerbetrieblichen Arbeits- und Kommunikationsprozesse transformierend eingreifen, dass diese Veränderungen allerdings auf tradierten Mustern geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung aufsetzen und diese tendenziell verstärken.

Denn die Informatisierung von Arbeit und Kommunikation verschärft die Polarisierung von Tätigkeiten in Unternehmen. Während bei Tätigkeiten mit strukturierendem und gestaltendem Charakter, wie sie ab einer bestimmten hierarchischen Position die Regel sind, der Computer in erster Linie als Hilfsmittel genutzt wird und ein Großteil der Arbeit nach wie vor in der Interaktion mit anderen Personen besteht, werden Tätigkeiten mit ausführendem oder zuarbeitendem Charakter nahezu ausschließlich am Computer ausgeübt. Das hat gravierende Konsequenzen für die betroffenen Beschäftigten, die in den beteiligten Unternehmen in erster Linie Frauen sind - wohingegen Männer mehrheitlich in Positionen mit Führungsverantwortung arbeiten und zudem weitaus früher und schneller in der Unternehmenshierarchie aufsteigen.

  • Sichtbarkeit: Die Arbeit, die am Computer geschieht, ist nicht als persönliche Leistung sichtbar. Die Persönlichkeit der ComputerarbeiterInnen verschwindet hinter dem Bildschirm.
  • Informationspolitik: Wer den ganzen Tag am Computer arbeitet, kommt seltener in Situationen, die den Austausch „heißer“ Informationen ermöglichen und die sich häufig am Rand von Sitzungen und Besprechungen sowie bei räumlicher Mobilität quasi „von selbst“ ergeben.
  • Wissen als Ressource: Mit der Informatisierung von Arbeitsabläufen geht die Entwertung des Handlungswissens der betroffenen Beschäftigten einher. Es erscheint aufgrund der standardisierten und hauptsächlich technisch vermittelten Vollzüge austauschbar.


Damit fehlen den betroffenen Frauen wichtige Möglichkeiten, ihre Kompetenzen und Fähigkeiten darzustellen und sich damit für Förderung und Beförderung zu empfehlen. Demzufolge verstärken die Technologien, die Arbeits- und Kommunikationsprozesse in Unternehmen rationalisieren sollen, die ohnehin vorhandenen Barrieren und werden somit zu einem weiteren Karrierehindernis für die sie mehrheitlich nutzenden Frauen.