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Berta Karlik [1904-1990]


„1956 endlich wurde Berta Karlik die erste weibliche Ordinaria der Universität Wien.“

(Brigitte Bischof 1998, aus der Broschüre zur Ausstellung „Physikerinnen – 100 Jahre Frauenstudium an den Physikalischen Instituten der Universität Wien“)
 
Forschungsgebiet: Physik
Erfindung(en): Nachweis des Elements 85 (Schließung der letzten Lücke im Periodensystem)
Nationalität: Österreich
 
Wissenswertes:
Berta Karlik besuchte das öffentliche Mädchen Lyceum in Wien. Am 27. Juli 1923 legte sie als Klassenbeste die Reifeprüfung ab. Sie begann im Herbst an der Universität Wien das Studium der Physik, wobei sie sich noch nicht entschieden hatte, ob sie als Lehrerin arbeiten oder in die physikalische Forschung gehen wollte. Bereits kurz vor ihrem 24. Geburtstag 1928 wurde Berta Karliks Promotion bekannt gegeben. Nach einem einjährigen Studienaufenthalt in London und Paris, ermöglicht durch ein Stipendium der „International Federation of University Women“, begann ihre Tätigkeit am Wiener Institut für Radiumforschung. Seit 1931 war Berta Karlik mit Ausnahme diverser Auslandsaufenthalte ohne Unterbrechung am Radiuminstitut tätig und wurde zwei Jahre später zur wissenschaftlichen Hilfskraft am Institut bestellt. Sie löste damit Elisabeth Karamichailowa, die bereits mehrere Jahre am Institut angestellt war, in dieser Position ab. Im selben Jahr noch erhielt Karlik zusammen mit Elisabeth Rona, die ebenfalls am Institut für Radiumforschung arbeitete, den Haitingerpreis der Akademie der Wissenschaften. Mit der 1936 vorgelegten Arbeit „Die Grenzen der Nachweisbarkeit der schweren Edelgase in Helium“ reichte Karlik um Habilitation ein und erhielt 1937 die „venia legendi“. Im Gegensatz zu vielen ihrer KollegInnen vom Institut war Berta Karlik durch den Anschluss an Deutschland nicht direkt betroffen, wodurch ihre institutionelle Laufbahn einem relativ geradlinigen Verlauf folgt. So wurde sie 1940 zur Assistentin und zwei Jahre später zur Diätendozentin befördert. In den Kriegsjahren erreichte Karliks Forschungstätigkeit ihren Höhepunkt. Zusammen mit Dr. Traude Cless-Bernert gelang ihr der Nachweis der Existenz des Elements 85 in der Natur und somit die Schließung der letzten Lücke des Periodensystems. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften erwählte sie im Jahre 1954 als erste Frau zum korrespondierenden Mitglied im Inland (vor ihr war nur Lise Meitner als erste Frau im Jahre 1948 gewählt worden) und im Jahre 1973 als erste Frau zum vollwertigen Mitglied.