Für Bldungsgestalter*innen: Neue Plattform zum Austausch und zur Weiterentwicklung von Bildung mehr...

Laura Bassi Centre BRIC schließt Arbeit erfolgreich ab mehr...

Förderwettbewerb FemPower IKT 2018 mehr...

CrossEUWBA - Women entrepreneurs and women business angels mehr...

Emmy Noether [1882-1935]


„Beim Empfang der neuen Arbeit von Frl. Noether empfand ich es wieder als große Ungerechtigkeit, dass man ihr die venia legendi vorenthält. Ich wäre sehr dafür, dass wir beim Ministerium einen energischen Schritt unternähmen. Halten Sie dies aber nicht für möglich, so werde ich mir allein Mühe geben.“
(Einstein über die Habilitation von Emmy Nöther)
 
„Völlig unegoistisch und frei von Eitelkeit, beanspruchte sie niemals etwas für sich selbst, sondern förderte in erster Linie die Arbeiten ihrer Schüler. Sie schrieb für uns alle immer die Einleitungen, in denen die Leitgedanken unserer Arbeiten erklärt wurden, die wir selbst anfangs niemals in solcher Klarheit bewußtmachen und aussprechen konnten. Sie war uns eine treue Freundin und gleichzeitig eine strenge, unbestechliche Richterin.“ (van der Waerden in seinem Nachruf)
 
 
Forschungsgebiet: Mathematik
Erfindung(en): „Mutter der modernen Algebra“
Nationalität: Deutschland
 
Wissenswertes:
Emmy Noether besuchte die Höhere Töchterschule, wo sie mit achtzehn Jahren die Staatsprüfung zur Lehrerin für Englisch und Französisch ablegte. Für Mädchen gab es 1900 noch keine Gymnasien, so dass sie kein Abitur machen und sich nicht an Universitäten immatrikulieren konnte. Mit der Erlaubnis von Dozenten nahm sie als Gasthörerin an den Vorlesungen teil. Die Tatsache, dass ihr Vater Mathematikprofessor an der Universität Erlangen war, erleichterte ihr den Zugang und sie konnte dort problemlos Vorlesungen in Mathematik, Romanistik und Geschichte besuchen. Parallel bereitete sie sich als Privatstudierende auf das Abitur vor, das sie 1903 ablegte. Im selben Jahr durften sich Frauen mit Abitur erstmals in bayrischen Universitäten immatrikulieren. Das tat sie und schloss 1907 ihr Mathematikstudium mit einer Doktorarbeit zur Invariantentheorie ab. Sie blieb weiter am Mathematischen Institut in Erlangen, forschte und lehrte, allerdings ohne Anstellung oder Vertrag. In diesen Jahren begann ihre Beschäftigung mit der abstrakten Algebra. Nur zwei Jahre später wurde sie in die Deutsche Mathematiker-Vereinigung aufgenommen und hielt auf deren Jahrestagung als erste Frau einen Vortrag. Mit Unterstützung von Klein und Hilbert stellte sie einen Antrag auf Habilitation, um eine eigene Lehrbefugnis zu erhalten. Doch an preußischen Universitäten war dies nur Männern erlaubt, eine Ausnahme lehnte das Ministerium ab. Erst mit der Weimarer Verfassung wurden in Deutschland gleiche Rechte für Frauen verankert, sodass Frauen die Habilitation nicht mehr verweigert werden konnte. Noethers Habilitationsschrift wurde 1919 angenommen. Mit ihrer 1921 veröffentlichten Arbeit „Idealtheorie in Ringbereichen“ erregte sie international Aufsehen und schuf die Grundlagen der heute allgemeinen Idealtheorie. Trotzdem änderte sich ihr beruflicher Status nicht, denn die Diskriminierungen richteten sich nicht nur gegen sie als Frau, sondern auch weil sie Jüdin, Sozialdemokratin und Pazifistin war. 1922 wurde sie zur „außerordentlichen“ Professorin ernannt, ein Titel ohne Besoldung. Auf dem Internationalen Mathematischen Kongress in Zürich 1932 wurde sie zu einem Hauptvortrag eingeladen und im selben Jahr erhielt sie den renommierten Ackermann-Teubner-Gedächtnispreis. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde ihr wie vielen jüdischen KollegInnen die Lehrbefugnis entzogen. Sie emigrierte in die USA und nahm eine Gastprofessur am renommierten Bryn Mawr Frauen-College an. Noethers konzeptuelle Auffassung der Algebra führte zu neuen Grundlagen, die Algebra, Geometrie, Lineare Algebra, Topologie und Logik vereinheitlichten. Dies bildet nicht zuletzt die Basis wichtiger Zugangsweisen zur Informatik.