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Käthe Paulus [1868-1935]


„Ich schlug mir den Schädel blutig. Aber was tat das alles gegenüber dem stolzen Bewusstsein, dass im Großen und Ganzen die Sache geklappt hatte.“
 
Forschungsgebiet: Luftfahrt
Erfindung(en): zusammenlegbarer Fallschirm (Paketfallschirm)
Nationalität: Deutschland
 
Wissenswertes:
Katharina Paulus stammte aus eher ärmlichen Verhältnissen. Ihr Vater starb früh, sodass sie bald den Beruf der Schneiderin erlernte, um ihre Mutter – mit der sie Zeit ihres Lebens zusammenwohnte – und sich selbst versorgen zu können. Das erlernte Handwerk sollte ihr später noch gute Dienste erweisen. Ausschlaggebend für ihre Karriere als „Luftakrobatin“ war das Zusammentreffen mit dem Ballonfahrer und Luftakrobaten Hermann Lattemann 1889. Die beiden wurden beruflich und auch privat ein Paar. Sie lernte bei ihm, wie Ballone und Fallschirme hergestellt werden, flickte die oft in Fetzen zurückkommenden Ballone und hielt bald seine gesamte Ausrüstung instand. Ihr größter Wunsch war es, selbst den Ballon zu fahren und abzuspringen. 1891 bekamen sie einen gemeinsamen Sohn. 1893 steuerte Paulus erstmals selbst einen Ballon. Als Lattemann bereits fünf Jahre nach ihrem Kennenlernen bei einem gemeinsamen Absprung tödlich verunglückte, war das ein schwerer Schock für Katharina Paulus, der sie monatelang ans Bett fesselte. Aus ganz Deutschland erhielt sie tröstende und aufmunternde Briefe, die es ihr schließlich ermöglichten, weiterzumachen. Sie kaufte vier neue Ballone, mit denen sie auf Tournee in alle europäischen Großstädte ging. Käthe Paulus wurde die erste professionelle Luftschifferin Europas und hatte ein Gespür für Publicity und Image. Sie wurde als „Miss Polly“ innerhalb kürzester Zeit zur erfolgreichsten Luftakrobatin ihrer Zeit. Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, übergab Paulus die Ballone und Fallschirme der Heeresverwaltung. Ausgelöst durch den Tod Lattemanns hatte sich Käthe Paulus während der vielen Jahre ihrer Karriere als Luftschifferin mit der ständigen Verbesserung ihrer Fallschirme befasst. Zur Zeit des 1. Weltkriegs galt sie als Expertin Deutschlands und beste Ratgeberin der Ballonaufklärer-Truppen. Ab Sommer 1916 fertige sie in ihrer Wohnung im Auftrag des Preußischen Kriegsministeriums die von ihr erfundenen Paketfallschirme und die dazugehörigen Hüllen an. Ihre Fallschirme retteten im April 1917 zwanzig Ballonaufklärern das Leben, als diese bei Verdun abgeschossen wurden. 1917 wurde sie mit dem Verdienstkreuz für Kriegshilfe geehrt.