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Lise Meitner [1878-1968]


„Ich selbst habe an der Zertrümmerung des Atoms nicht mit dem Gedanken gearbeitet, todbringende Waffen herzustellen. Es war ein unglücklicher Zufall, dass diese Entdeckung gerade in eine Kriegszeit fiel.“
 
Forschungsgebiet: Physik
Erfindung(en): Kernspaltung (gemeinsam mit Otto Hahn)
Nationalität: Österreich (später Deutschland, Schweden, GB)
 
Wissenswertes:
Lise Meitner legte ihre Matura als Externe an einem Jungengymnasium ab, da Mädchen zu jener Zeit das Gymnasium noch nicht besuchen durften. Sie ging nach Berlin, wo sie Vorlesungen von Max Planck mit persönlicher Hörerlaubnis besuchte. Hier begann auch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Otto Hahn. 1909 entdeckten Hahn und Meitner gemeinsam den radioaktiven Rückstoß und in den Folgejahren auch diverse radioaktive Nuklide. Durch diese Erfolge machte sich Lise Meitner in der Physik einen Namen und lernte unter anderem Albert Einstein und Marie Curie persönlich kennen. Von 1912 bis 1915 arbeitete sie als inoffizielle Assistentin bei Max Planck. Lise Meitner forschte vier Jahre ohne Gehalt und unter Benutzung eines Nebeneingangs, da sie die Räume der Studenten als Frau nicht betreten durfte, bis sie schließlich zum wissenschaftlichen Mitglied des Kaiser-Wilhelm-Instituts ernannt wurde. Später wurde sie Leiterin der radiophysikalischen Abteilung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Chemie in Berlin und habilitierte sich dort. 1933 wurde Lise Meitner die Lehrbefugnis aufgrund ihrer jüdischen Abstammung entzogen, sie konnte aber ihre Arbeit am (nicht staatlichen) Kaiser-Wilhelm-Institut mit Otto Hahn an Bestrahlungsexperimenten mit Neutronen fortsetzen.1938 wurde die Emigration nach Schweden unvermeidlich.
Die Idee für die Kernspaltung kam ihr in einem Gespräch mit ihrem Neffen, heute ebenfalls ein bekannter Kernphysiker. Die beiden Bruchstücke (Atomkerne), die bei der Spaltung entstehen, haben zusammen eine geringere Masse als der ursprüngliche Uranatomkern. Aus dieser Massendifferenz errechnete Lise Meitner über die bekannte Einstein’sche Formel der Relativitätstheorie E=mc² die bei der Spaltung frei werdende Energie. Mit dieser Berechnung legte Lise Meitner den Grundstein für die technische Entwicklung der Atomwaffen sowie der Nutzung der Atomenergie. Als überzeugte Pazifistin weigerte sie sich, Forschungsaufträge für den Bau einer Atombombe anzunehmen, obwohl sie von den USA immer wieder dazu aufgefordert wurde. Sie zog es vor, während des Krieges in Schweden zu bleiben. Lise Meitner war mehrfach für den Nobelpreis vorgeschlagen worden, sie erhielt jedoch keinen Anteil am Chemienobelpreis 1944, der Otto Hahn „für die Entdeckung der Kernspaltung“ verliehen wurde.