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Martine Kempf [*1959]


„Im Alter von zwei Jahren, schien sie schon einverstanden mit Napoleon, der sagte: ‚Der Sieg gehört dem, der die größte Ausdauer hat‘.“
  (Kempf-Katalavox)
 
Forschungsgebiet: Astronomie, Entwicklung von Computerprogrammen
Erfindung(en): Katalavox (Computerprogramm, das auf gesprochene Anweisungen reagiert)
Nationalität: Frankreich (später Deutschland, USA)
 
Wissenswertes:
Martine Kempf wuchs in Elsass-Lothringen auf und studierte in Bonn Astronomie. Während ihres Studiums entwickelte sie in ihrer Freizeit ein Spracherkennungssytem, um Körperbehinderten zu helfen. Ihre Erfindung wurde von ihrem Vater inspiriert, der durch Kinderlähmung gehbehindert war und ein Auto so umgebaut hatte, dass er alle Funktionen mit den Händen bedienen konnte. Seine Konstruktion wurde serienreif. Martine Kempf kam auf die Idee, an einem Stimmaktivator zu arbeiten, als sie deutsche Jugendliche kennen lernte, die keine Arme hatten (Conterganopfer). Sie konnten keinen herkömmlichen Rollstuhl bewegen, weshalb Kempf einen Rollstuhl entwickeln wollte, der auf die menschliche Sprache reagiert. Die Erfindung gelang ihr bereits im Alter von 23 Jahren und wurde Katalavox (vom griechischen Stamm katal = Verstehen und dem lateinischen Wort vox = Stimme) genannt. Die Firma Siemens, zusammen mit dem Bundesministerium für Forschung und Technologie, lud Martine Kempf 1984 nach Japan ein, um ihre Erfindung auf der Deutschen Leistungsschau vorzuführen. Ein Mercedes 190E war für behinderte Autofahrer und Autofahrerinnen mit dem Katalavox ausgerüstet. Fünfzig elektrische Funktionen, wie z. B. das Öffnen der Fahrertür, die Verstellung der Seitenspiegel, die Automatik, das Radio, die Sonnenblende oder der Scheibenwischer, waren sprachbedient. Im Oktober 1985 verließ Martine Kempf Frankreich und ging nach Amerika, um ihre eigene Firma Kempf-Katalavox in Sunnyvale, Kalifornien zu gründen. Obwohl der Katalavox wie geplant in Rollstühle eingebaut wurde, war sein späteres Hauptanwendungsgebiet die Mikrochirurgie (Steuerung von Operations-Mikroskopen in Chirurgiesälen). Außerdem wurde das Programm zur Steuerung der elektrischen Funktionen in Autos für behinderte AutofahrerInnen angewendet. Für Ihre Erfindung erhielt sie viel Anerkennung und einige Preise.