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Rita Levi-Montalcini [*1909]


“At twenty, I realized that I could not possibly adjust to a feminine role as conceived by my father, and asked him permission to engage in a professional career. In eight months I filled my gaps in Latin, Greek and mathematics, graduated from high school, and entered medical school in Turin.”

 
Forschungsgebiet: Neurobiologie
Erfindung(en): Nerve Growth Factor
Nationalität: Italien (später USA)
 
Wissenswertes:
Rita Levi-Montalcini promovierte 1936 an der medizinischen Fakultät der Universität von Turin. Anschließend spezialisierte sie sich auf die Fächer Neurologie und Psychiatrie, wobei sie lange Zeit nicht sicher war, ob sie sich dem medizinischen Beruf oder doch der Grundlagenforschung widmen sollte. Das von Mussollini 1936 veröffentlichte „Manifesto per la Difesa della Razza“ nahm ihr die Entscheidung insofern ab, als dass es nicht-arischen WissenschafterInnen nicht weiter erlaubt war, akademische Karrieren zu machen. Nach einem kurzen Aufenthalt in Brüssel kehrte Rita Levi-Moltacini nach Turin zurück, wo sie sich gegen die Emigration in die USA entschied und mit ihrer Familie in Italien blieb. In ihrem Zimmer richtete sie sich ein kleines Labor ein, in dem sie gemeinsam mit ihrem vor den Nazis aus Belgien geflüchteten ehemaligen Studienkollegen und späterem Ehemann Giusseppe Levi forschte. Ein Artikel von Viktor Hamburger über die Entfernung von Körperteilen bei Hühnerembryos inspirierte sie dabei. Ab 1941 mussten die beiden immer wieder ihre Arbeit unterbrechen, um vor den Bomben zu flüchten. Von 1943 bis 1945 lebten sie – mit falschen Ausweisen bei guten Freunden versteckt – im Untergrund. Nach dem Krieg arbeitete Rita Levi-Montalcini als Ärztin in einem Flüchtlingslager in Florenz. Später konnte sie nach Turin zurückkehren und ihre Arbeit an der Universität wieder aufnehmen. Zwei Jahre danach folgte sie der Einladung von Viktor Hamburger in die USA. Aufgrund der großen Erfolge ihrer gemeinsamen Forschung blieb Rita Levi-Montalcini statt der geplanten zwölf Monate 30 Jahre in St. Louis. Sie erforschte an der zoologischen Abteilung der Universität im Labor des aus Deutschland stammenden Zellforschers Viktor Hamburger die Funktion des Nervensystems. 1958 wurde sie Professorin und blieb bis zu ihrer Pensionierung in dieser Position. 1969 erhielt sie die Leitung des Instituts für Zellbiologie in Rom, wo sie auch eine Forschungseinrichtung aufbaute, und pendelte von da an zwischen den beiden Städten. 1986 wurde Rita Levi-Montalcini zusammen mit dem amerikanischen Biochemiker Stanley Cohen, der in den 50er Jahren zu ihrer Arbeitsgruppe gestoßen war, der „Nobelpreis für Physiologie und Medizin“ zuerkannt. Diese hohe Auszeichnung erhielt sie für ihre Forschungsarbeiten zur Isolierung und Chararakterisierung des Nervenwachstums.