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PlantBioP - Plantproduced BioPharmaceuticals

  • Leiterin: ao. Univ.-Prof.in Mag.a Dr. in Herta Steinkellner, Institut für Angewandte Genetik und Zellbiologie
  • Förderungsnehmerin: Universität für Bodenkultur Wien
  • Partner: Bayer BioScience AG | Universität für Bodenkultur Wien, Department für Chemie

Hochwirksame Medikamente aus Tabakpflanzen

Prof.in Herta Steinkellner vom Institut für Angewandte Genetik und Zellbiologie der Wiener Universität für Bodenkultur leitet das Laura Bassi Exzellenzzentrum PlantBioP. Hier wird ein auf gentechnisch veränderten Pflanzen basierendes Verfahren zur kostengünstigen Herstellung hoch wirksamer Medikamente entwickelt.


Die Forschung mit Pharmapflanzen – das sind gentechnisch veränderte Phyto-Organismen, die Medikamente produzieren – ist ein neuer Wissenschaftszweig der pharmazeutischen Biotechnologie. Seit über zehn Jahren wird dazu geforscht, nun gibt es erste Erfolge. Die Herstellung von Medikamenten mit Pharmapflanzen verspricht, deutlich kostengünstiger als herkömmliche, meist auf tierischen Zellen basierende Verfahren zu sein. Tabak eignet sich besonders gut als Pharmapflanze, weil er rasch wächst und gentechnisch leicht zu verändern ist.

Neues Verfahren für wirksamere Pflanzen-Proteine

Die Gentechnikerin Herta Steinkellner von der Wiener Universität für Bodenkultur liegt mit dem zukunftsweisenden Forschungsprojekt PlantBioP am Puls der Zeit: Sie züchtet in ihrem Laura Bassi Exzellenzzentrum Tabakpflanzen, die Arzneimittel produzieren sollen. Mit ihrem Team erprobt sie eine innovative Methode: die Entwicklung sogenannter Glyko-Mutanten. Das sind Pflanzen, deren Proteine eine veränderte Zuckerstruktur aufweisen. Die Mehrheit der Protein-Pharmazeutika benötigt das Anheften von Zuckern (Glykosylierung), um ihre volle Wirksamkeit entfalten zu können. Das so veränderte Protein kann dann besser für die Arzneimittelproduktion verwertet werden. Die Erprobung unterschiedlicher Protein- und Zuckerstrukturvarianten und die Erforschung ihrer pharmakologischen Wirkung stellen die Kernaufgabe des Laura Bassi Zentrums dar. Ziel ist die Herstellung von kostengünstigen, hochaktiven Medikamenten in diesen gentechnisch veränderten Pflanzen. Die Forschung wird in einem ersten Schritt für die Optimierung des Medikaments  EPO (Erythropoietin) erprobt – ein Arzneimittel zur Vermehrung der roten Blutkörperchen nach Chemotherapien, das als Dopingmittel ungewollte Berühmtheit erlangte. Auch die Wirksamkeit von Antikörpern für die Krebstherapie soll mithilfe von Glykomutanten im Rahmen des PlantBioP Projektes erhöht werden. Später soll das neue Verfahren der Entwicklung und Verbesserung weiterer Medikamente dienen.

Mit Pharmapflanzen zur Weltspitze

Die Molekularbiologin Prof.in Herta Steinkellner vom Institut für Angewandte Genetik und Zellbiologie der Wiener Universität für Bodenkultur ist im Lavanttal aufgewachsen und hat in Wien Biologie studiert. Ein Studentinnen-Job am humangenetischen Labor des Wiener Allgemeinen Krankenhauses weckte ihren Enthusiasmus für genetische Diagnostik, seither betreibt sie biotechnologische Grundlagenforschung mit Pharmapflanzen. Sie hat u.a. am renommierten SCRIPPS Research Institute in den USA sowie in England und Japan gearbeitet und sich für ihre Forschung an transgenen Pflanzen einen internationalen Ruf erworben. Die Wissenschaftlerin fördert eine besonders motivierende Arbeitsatmosphäre innerhalb ihres Teams. Wichtig ist ihr, flexible Arbeitszeiten für ihre MitarbeiterInnen zu ermöglichen, was besonders den Frauen zugute kommt.  Denn ihrer Erfahrung nach kann die Übernahme von strukturerhaltenden Aufgaben zur Karrierefalle für Wissenschaftlerinnen werden: „Für Forscherinnen besteht die Gefahr, dass sie im Übermaß administrative Aufgaben übertragen bekommen. In meinem Laura Bassi Zentrum achte ich darauf, dass diese Tätigkeiten zwischen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen gerecht aufgeteilt werden.“