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Diana Sepetanc

  • Ausbildung: Studium der Elektrotechnik an der Technischen Universität in Zagreb
  • Position: Customer Solutions Director bei Kapsch Carrier AG, Wien
  • Branche: Telekommunikation

Mutig war ich schon immer

Oftmals sind es private Gründe, die Menschen an einen anderen Ort oder in ein anderes Land ziehen. Bei Diana Sepetanc war es ein Ferialjob bei einem großen international tätigen Technologieunternehmen, der sie vor 20 Jahren von Zagreb nach Wien gebracht hat. Drei Jahre später wurde eine fixe Anstellung daraus und sie ist in Österreich geblieben. Seither hat sie bei verschiedenen Unternehmen gearbeitet, die Kommunikation mit Technologie verbinden und neue Lösungen entwickeln.

Seit 2005 ist sie bei Kapsch Carrier für die Presales-Beratung von großen KundInnen in West- und Osteuropa zuständig. In ihrer Verantwortung liegt es, das Team von elf MitarbeiterInnen zu koordinieren und für die Ausarbeitung von Lösungsvorschlägen, die den Anforderungen der KundInnen entsprechen, zu sorgen. Sie selbst ist direkt dem Vorstand unterstellt und damit eine der wenigen Frauen auf dieser Ebene. „Da hat sich auch in den letzten 10 Jahren nichts getan", sagt Diana Sepetanc. Die Gründe dafür lägen zum einen in der Erziehung der Frauen. „Was den Frauen fehlt ist Mut, mehr politisch zu denken und an sich selber zu denken." Zum anderen hätten die Unternehmen auch die Verantwortung, mehr Frauen zu beschäftigen. „Es wäre wichtig, dass die Firmen Frauen systematisch einstellen, damit die kritische Masse erreicht wird und der Pool, aus denen Frauen in Führungspositionen aufsteigen, größer wird", fordert sie deshalb. Vorurteile gegenüber Frauen seien nach wie vor spürbar, jedoch eher auf der gleichen Ebene, wo es auch um Konkurrenz gehe, als bei MitarbeiterInnen. „Die Männer haben Seilschaften, die gläsernen Decken gibt es." Was sie sich wünscht ist ein Erfahrungsaustausch mit Frauen auf gleicher Ebene, „keine theoretischen Vorträge darüber, wie man sich durchsetzen kann."

Leidenschaft für komplexe Aufgaben

Auch beim Studium der Elektrotechnik waren nicht sehr viele Frauen dabei. Ihr sei die Entscheidung für diese Ausbildung jedoch leicht gefallen. „Ich habe mich damals sehr für die Technik begeistert, es war ja alles neu: Computer, Elektronik, der IT-Bereich und die Automatisierung." Der Vater, selbst ein Maschinenbauingenieur, sah ihren Entschluss mit Wohlwollen, da es sich „um eine Technologie von globaler Bedeutung" handeln würde. Vom Studium habe sie weniger inhaltlich als methodisch profitiert, sagt Diana Sepetanc, weil sie gelernt hat zu recherchieren und „wie man komplexe Themen im Kopf bearbeitet". Diese Fähigkeit findet sie auch bei anderen Menschen äußerst interessant. „Mich faszinieren alle Persönlichkeiten, die in der Lage sind, große Konzerne zu führen, die mit Komplexität sehr vertraut sind, vor allem wie sie das tun, von der Führung bis zur strategischen Zielsetzung."

Ihre Einstellung zur Arbeit ließe sich am besten damit beschreiben, dass sie ihre „Aufgaben mit Leidenschaft erledigt". Besonderen Spaß macht es ihr, im Job „Dinge zu bewegen, kreativ zu gestalten, organisieren, koordinieren, letztendlich für den Kunden etwas zu tun." Dabei setzt sie auf die gute Zusammenarbeit im Team, stellt an sich selbst den Anspruch, sich die Loyalität ihrer MitarbeiterInnen wie jeder Vorgesetzte verdienen zu müssen. Was sie nicht leiden kann, sind Menschen, die nicht kooperativ sind, nicht am selben Strang ziehen. In so einem Fall sei es besser, sich von jemandem zu trennen als in so einer Situation zu bleiben, stellt sie klar. Da würde sie einen raschen Wandel vollziehen, egal ob es sich dabei um einen Vorgesetzten oder eine Vorgesetzte oder einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin handle.

Beharrlichkeit über den Tag hinaus

Außerhalb der intensiven Arbeitswoche genießt sie es in der Freizeit ins Kino zu gehen, Sport zu machen, FreundInnen zu treffen oder einfach nur zu faulenzen. Die Organisation des Familienlebens stelle mittlerweile keine Belastung mehr da, die Tochter sei fast erwachsen, ihr Lebenspartner unterstütze jeden Karriereschritt von ihr. „Ein eigenständiger Weg im Berufsleben bringt eine große Bereicherung. Das Berufsleben ist genauso wertvoll wie eine Familie zu haben, das begleitet einen auch ein Leben lang und ist sehr schön", stellt sie fest. So schnell lässt sich Diana Sepetanc auch nicht von ihren Zielen abbringen. Entschlossenheit und positives Denken helfen ihr auch über schwierige Situationen hinweg. „Wenn mal ein Durchhänger kommt, das dauert bei mir ungefähr zwei Stunden oder ich schlafe mal drüber. Aber dann ist es vorbei. So leicht gebe ich nicht auf.", erklärt sie lachend, „Es geht immer um die Beharrlichkeit am Ende des Tages."

Berufseinsteigerinnen rät sie, sich für eine Arbeit entscheiden, die sie wirklich mögen und dass sie herausfinden, was sie wollen und danach handeln. Natürlich gäbe es Frauen, die es sich bequem machen, aber besser sei es, „sich mit intelligenten Dingen zu beschäftigen, mit Themen, die die ganze Wirtschaft betreffen". Außerdem verdiene man ganz gut und ist wirtschaftlich unabhängig.

„Ich habe immer meine Arbeit mit einer bestimmten Leidenschaft erfüllt. Wenn man die Arbeit mit Begeisterung macht, das ist das wichtigste."

Interview und Portait: Anita Zieher