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Maria Göppert-Mayer [1906-1972]


“Mathematics began to seem too much like puzzle solving. Physics is puzzle solving, too, but of puzzles created by nature, not by the mind of man.”
 
Forschungsgebiet: Physik
Erfindung(en): Entdeckungen zur Schalenstruktur des Kerns (Kernspaltung)
Nationalität: Oberschlesien (ehemals Polen, heute Deutschland)
 
Wissenswertes:
Maria Göppert-Mayer machte ihr Abitur mit Auszeichnung als Externe in einer Knabenschule in Hannover. Aufgrund der Einstellung des Vaters, der grundsätzlich an die Fähigkeiten von Frauen und deren Unabhängigkeit glaubte, war es für sie schon immer klar gewesen, dass sie studieren würde. So immatrikulierte sie sich 1924 an der Georgia Augusta Universität in Göttingen für Mathematik. Drei Jahre später wechselte sie zum Fach Physik, in dem sie 1930 auch ihren Doktortitel erhielt. Im Januar desselben Jahres heiratete Maria den amerikanischen Chemiker Joseph Mayer, mit dem sie in die USA auswanderte. In Baltimore, an der Johns Hopkins-Universität arbeitete sie als Deutschkorrespondentin für einen Physikprofessor und forschte ohne Bezahlung, allein aus Freude an der Beschäftigung mit der Physik, weiter. Schließlich begann sie sich unter dem Einfluss ihres Mannes und seines Kollegen Karl F. Herzfeld für physikalische Chemie zu interessieren.

1941 änderte sich die personelle Lage an den Universitäten, weil die USA Japan den Krieg erklärt hatten und viele Posten von männlichen Kollegen frei wurden. Maria Göppert-Mayer profitierte mit einigen anderen Frauen davon und bekam eine Chance. Sie erhielt zunächst eine halbe Stelle als naturwissenschaftliche Lehrkraft am Sarah Lawrence College in Bronxville und wurde später von der Columbia-Universität angeworben.

1946 zogen Maria Göppert-Mayer und ihr Mann nach Chicago, wo sie zu Beginn zwar nur Institutsmitglied ohne Bezahlung wurde, aber schon bald einen Professorentitel verliehen bekam und sowohl im Institut für Kernphysik als auch im neuen Argonne National Laboratory der amerikanischen Atomenergie-Behörde forschen konnte. Zwei Jahre später begannen die beiden mit Forschungen auf dem Gebiet der Atomkerne und mit Arbeiten an den magischen Zahlen, d.h. mit Atomkernen mit einer bestimmten Anzahl von Protonen und Neutronen, und sie postulierten das „Schalenmodell“. Maria Goeppert-Mayer fühlte sich in ihrer Forschungsarbeit durch die Ergebnisse von dem Heidelberger Hans Jensen (1907-1973), die kurz zuvor veröffentlicht worden waren, bestätigt. Später beschlossen sie und ihr Mann, eine Brücke zwischen Amerika und Europa zu bauen und aus der Konkurrenz einen gemeinsamen Sieg zu machen. So schrieben sie zusammen ein Buch mit dem Titel „Elementare Theorie der nuklearen Schalenstruktur“.

1963 erhielten sie gemeinsam den Physik-Nobelpreis für ihre „Entdeckungen zur Schalenstruktur des Kerns“. Maria Goeppert-Mayer war Mitglied der französischen Akademie der Wissenschaften und korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Heidelberg. Sie erhielt die Ehrendoktorwürden der Wissenschaften vom Russel Sage College, dem Mount Holyoke College und dem Smith College. Ab 1960 engagierte sie sich zunehmend für das naturwissenschaftliche Frauenstudium.