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Laura Bassi [1711-1778]


„Inmitten eines Festzugs von 18 Kutschen wurde die Kandidatin von der Universität zum Rathaus gefahren, um dort in einem festlichen Schauspiel im Anschluss an mehrere Ansprachen mit den Insignien der Doktorwürde versehen zu werden. Bei beiden Anlässen (Anm. öffentliche Disputation und Doktorprüfung) entstanden viele Gelegenheitsgedichte begeisterter Mitbürger, in denen immer wieder das Wortspiel von Laura und dem italienischen Wort für Doktorprüfung (laurea oder laureazione) variiert wir" (Andreas Kleinert) 

„Die Bologneser sind beim übertriebenen Lob dieses Kindes verrückt geworden.“ (Ernst Probst)

Forschungsgebiet: Physik, Experimentalphysik
Nationalität: Italien 

Wissenswertes:
Mit der Hilfe eines Cousins, einem Priester in Bologna, lernte Laura Bassi sehr früh Latein und bereits mit acht Jahren beherrschte sie die gesamte Grammatik. Mit zwölf Jahren fiel ihr umfassendes Wissen dem Medizinprofessor Caetano Tacconi auf, der ihre Mutter behandelte. Bei einem Hausbesuch bat er das Mädchen zu notieren, was er über Krankheit und Therapie der Mutter sagen würde. Daraufhin legte Laura ihm sowohl einen in Französisch als auch in Latein verfassten Text vor. Der tief beeindruckte Arzt unterrichtete Laura – mit Erlaubnis der Eltern – sieben Jahre lang in Logik, Metaphysik und Physik, ohne dass die Öffentlichkeit davon erfuhr. 1732 lud er einige Kollegen der Universität zu einer Diskussion ins Haus der Bassis ein. Nach einigem Zögern stimmten die Eltern zu, dass Laura ihr Wissen auch öffentlich demonstrieren sollte. Am 12. April 1732 diskutierte Laura im Rathaus von Bologna mit vier Geistlichen und drei Wissenschaftern zwei Stunden lang gekonnt in fließendem Latein über Metaphysik und Moralphilosophie. Die Prüfung im Rathaus ging als „Laura Bassis erster Triumph“ in die Annalen der Wissenschaft ein. Sie beeindruckte die Gelehrten von Bologna so sehr, dass sie beschlossen, Laura zur regulären Doktorprüfung zuzulassen. So kam es, dass Laura Bassi vier Wochen später promovierte und sich weitere zwei Monate später habilitierte. Bassi wurde als Ehrenmitglied auf einen Lehrstuhl für Philosophie an der Universität von Bologna berufen und war somit die erste Professorin an einer europäischen Universität. 1738 heiratete sie den Mediziner und Philosophen Guiseppe Verati, der weder reich noch vornehm war, was Laura Bassi viel Spott einbrachte. Die Ehe wird aber als glücklich und kinderreich beschrieben. Bassi brachte acht Kinder zur Welt, von denen drei starben, und zog fünf davon groß, ohne ihre wissenschaftliche Laufbahn zu unterbrechen. 1745 erhielt sie eine von 24 bezahlten Wissenschaftlerstellen an der Universität von Bologna, wo sie sich ihren Forschungen auf den Gebieten der Mechanik, Pneumatik, Hydromechanik, Optik und Elektrizitätslehre widmete. Bassi stand mit vielen Wissenschaftlern und Gelehrten ihrer Zeit (u. a. Algarotti, Voltaire, Lalande, Boscovich, Frisi, Nollet, Beccaria, Haller und Spallanzani) in Kontakt, ab 1749 hielt sie bei sich zu Hause auch private Vorlesungen in Physik. 1776 erhielt sie schließlich – mit ihrem Ehemann als Stellvertreter – den Lehrstuhl für Experimentalphysik.