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CVAST - Center for Visual Analytics Science and Technology

  • Leiterin: Univ.-Prof.in Dr.in Silvia Miksch, Institut für Softwaretechnik und interaktive Systeme (ISIS)
  • Förderungsnehmerin: Technische Universität Wien
  • Partner: Artaker Computersysteme GmbH | XIMES GmbH | Technische Universität Wien, Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung

Das Verborgene sichtbar machen

Prof.in Silvia Miksch, Mitarbeiterin am Institut für Softwaretechnik und interaktive Systeme (ISIS) an der Technischen Universität Wien, erforscht im Laura Bassi Zentrum CVAST innovative Dateninterpretationsmethoden, um die tägliche Datenflut in einfache, bewegte Bilder zu fassen.


Wer kennt nicht das Problem, dass es trotz umfangreicher Daten oft schwer ist, die relevanten Informationen für präzise Entscheidungen zu erhalten. Visual Analytics ist eine neue Disziplin der Computerwissenschaften, die dieses Problem mithilfe von interaktiven Graphiken und analytischer Datenauswertung löst. Dank Visual Analytics können sich Menschen, denen unüberschaubare und dynamische Daten vorliegen, mehr Durchblick verschaffen – zum Beispiel die Leiter eines Flughafens: Dank Visual Analytics wird die schwankende Fluggastfrequenz je nach Tages- und Ferienzeiten bildhaft sichtbar gemacht. So kann der Personal- und Wartungsbedarf für die nächsten Monate präziser geplant werden. Visual Analytics verbindet computerunterstützte Methoden der Visualisierung und der analytischen Datenauswertung mit Methoden der Wahrnehmungs- und Erkenntnistheorien, um komplexe Sachverhalte verständlich zu machen. In den USA hat man die Wichtigkeit dieser Forschung erkannt und ist dabei, große Summen in Visual Analytics zu investieren. Man rechnet mit zusätzlich 140 Mio. Dollar. Im 2004 gegründeten National Visualization and Analytics Center (NVAC) in Richland, USA, werden Visual-Analytics Programme entwickelt, um Reisebewegungen, Kommunikationsstrukturen und Geldflüsse von potenziellen Terroristen zu analysieren und visuell aufzubereiten. So hofft man, die Wahrscheinlichkeit von Terrorangriffen besser abwägen zu können.

Interaktive Visualisierung für bessere Therapiepläne

„Das Verborgene sichtbar machen“, das möchten Visual Analytics. Silvia Miksch demonstriert eine von ihrer Forschungsgruppe entwickelte Anwendung zur Analyse der Therapiepläne von magersüchtigen Patientinnen. Die Kranken haben zahlreiche Fragebögen ausgefüllt, es gibt unterschiedliche Krankengeschichten und Krankheitsverläufe, eine Fülle an Daten liegt vor. Um herauszufinden, welche Behandlung für die Patientinnen Erfolg versprechend ist, hat Silvia Miksch den Datenberg mittels Visual Analytics in ein interaktives Diagramm umgewandelt, so dass sich Zusammenhänge und Trends erschließen. Die interaktive Exploration der Daten ähnelt einem einfachen Computerspiel, das mit der Maus bedienbar ist. Mithilfe verschiedener graphischer Darstellungen kann man entdecken, dass Patientinnen mit positivem Genussverhalten eine andere Therapiestrategie benötigen als solche mit negativem Genussverhalten. Die mithilfe der Software entstandenen Vermutungen lassen sich hernach mittels statistischer Methoden untermauern.

Mit visuellen und analytischen Methoden in die Zukunft blicken

Helfen, Vermutungen anzustellen; komplexe Daten in eine treffsichere Zukunftsprognose verwandeln – das vermag die Visual Analytics Methode, an der das CVAST Team forscht. Die Visualisierungsmethoden, die CVAST in den nächsten Jahren entwickeln wird, sind so konzipiert, dass sie für unterschiedliche Zwecke einsetzbar sind. Und zwar immer dann, wenn eine Fülle an Daten überschaubarer und interpretierbarer werden soll. Teil des zukunftsträchtigen CVAST-Projektes werden auch Studien sein, die die Bedienungsfreundlichkeit des Programms gewährleisten sollen und den Erkenntnisgewinn analysieren.

Komplexe Welten mit IT deuten

Prof.in Silvia Miksch hat Wirtschaftsinformatik an der Universität Wien und an der Technischen Universität Wien studiert, mit den Schwerpunkten angewandte Statistik und Artificial Intelligence. Sie war an der kalifornischen Stanford University und am Institut für Softwaretechnik und Interaktive Systeme (ISIS) der TU Wien tätig. Sie arbeitete als Gastprofessorin in Magdeburg und Linz und erhielt 2006 einen Lehrstuhl am Department für Information und Knowledge Engineering der Donau-Universität Krems. Ihr Forschungsschwerpunkt sind interaktive visuelle und analytische Methoden, die Menschen im Umgang mit der großen Datenflut unterstützen sollen. Ihr Ziel ist, komplexe Sachverhalte verständlich zu machen und deren Interpretation zu erleichtern. Im Laura Bassi Zentrum kann Silvia Miksch innovative Forschungsinhalte umsetzen und Kooperationen mit der Industrie intensivieren: „Durch die lange Förderdauer sehe ich die einmalige Chance, wissenschaftliche Forschung bis zur Produktanwendung weiterzuführen. Die Stärke von CVAST besteht außerdem in seiner Interdisziplinarität: Für derartige Projekte erhält man normalerweise nur schwer Fördermittel, obwohl sie im Trend der Zeit liegen.“