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Marietta Blau [1894-1970]


„Marietta Blau ist die tragischste Gestalt in der Geschichte rund um die Kosmische Strahlung. Ihr Leben und ihre Arbeit waren von Widrigkeiten und Rückschlägen geprägt, und doch übertreffen ihre Leistungen und die Ergebnisse ihrer Arbeit die vieler anderer, die im Zusammenhang mit der Kosmischen Strahlung einen Nobelpreis erhielten.“
(Georg Federmann)
 
Forschungsgebiet: Physik
Erfindung(en): „Zertrümmerungssterne“ in kosmischer Strahlung ausgesetzter photographischer Emulsion
Nationalität: Österreich
 
Wissenswertes:
Von 1915 bis 1918 studierte Marietta Blau Physik und Mathematik an der Universität Wien. In den Jahren 1919-1923 hatte sie mehrere Stellungen an Forschungsinstituten und in der Industrie in Österreich und Deutschland inne. Ab 1923 arbeitete sie als freie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Radiuminstitut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien. Forschungsaufenthalte in Göttingen und Paris (1932/1933) wurden ihr durch ein Stipendium des Verbandes Österreichischer Akademikerinnen ermöglicht. In ihren Wiener Jahren beschäftigte sich Blau hauptsächlich mit der photographischen Methode zum Nachweis einzelner Teilchen. Zusammen mit ihrer Schülerin Herta Wambacher, mit der sie als Höhepunkt ihrer gemeinsamen Arbeit die „Zertrümmerungssterne“ in kosmischer Strahlung ausgesetzter photographischer Emulsion entdeckte, erhielt Blau 1937 den Lieben-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Da Marietta Blau Jüdin war, musste sie 1938 aus Österreich emigrieren und wandte sich zunächst nach Oslo, ging dann aber über Vermittlung von Albert Einstein an die Technische Hochschule in Mexiko-City. Nachdem die Bedingungen in Mexiko die Forschung sehr erschwerten, übersiedelte sie 1944 in die USA. Dort war Blau bis 1960 in der Industrie, aber auch in wissenschaftlichen Einrichtungen (Columbia University, University of Miami) tätig. Anschließend kehrte Blau nach Österreich zurück, wo sie wieder am Radiuminstitut ihren Forschungen nachging und bei CERN (European Organization for Nuclear Research) Dissertationen betreute. 1962 verlieh die Österreichische Akademie der Wissenschaften Marietta Blau den Schrödinger-Preis, eine Aufnahme in die Akademie blieb jedoch aus. 1970 starb sie in Wien an Krebs als Folge des jahrelangen ungeschützten Arbeitens mit radioaktiven Substanzen.