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Rosalind Elsie Franklin [1920-1958]


„Wohlbelesen in zwei Sprachen war sie, ein zivilisiertes, intellektuelles Leben sowie Gespräche über Malerei, Lyrik, Theater und Existenzialismus gewohnt ... Jetzt umgaben sie Menschen, die noch nie von Sartre gehört hatten … und denen die Sorte Mädchen gefiel, die sich auf Fachbereichsparties betranken, von Schoß zu Schoß weitergereicht wurden und sich den BH öffnen ließen.“
(Simon Altmann, Physiker)
 
Forschungsgebiet: Biochemie, Röntgenstrukturanalyse von kristallisierten Makromolekülen
Erfindung(en): Röntgenbeugungsdiagramme der DNA und deren mathematische Analyse, die wesentlich zur Aufklärung der Doppelhelixstruktur der DNA beitrugen
Nationalität: England (später Frankreich)
 
Wissenswertes:
Rosalind Franklin hätte keinen Beruf für den Broterwerb gebraucht, da sie ihr ganzes Leben über ein Privateinkommen verfügte, das sie finanziell unabhängig machte. Nach ihrer Schulausbildung widmete sie sich der Wissenschaft aus reiner Neigung und begann im Jahr 1938 in Cambridge ein naturwissenschaftliches Studium. Vier Jahre später verließ sie die Universität als ausgebildete Chemikerin und arbeitete im Anschluss bei der British Coal Utilization Research Association. 1947 ging Rosalind Franklin nach Paris an das Laboratoire Central des Services Chemiques de l’Etat und entdeckte hier ihr zukünftiges Forschungsgebiet der Röntgenkristallographie. Als sie 1950 aufgrund eines Forschungsstipendiums am Londoner King’s College wieder nach England zurückkehrte, bedeutete diese neue Technik ihren Einstieg. Mit dem Stipendium erhielt sie den Auftrag, eine Röntgenstrahlen-Beugungsanlage aufzubauen. Zusätzlich beteiligte sie sich an einem laufenden Projekt auf dem Gebiet der DNA-Forschung. Ein Angebot zur Zusammenarbeit mit dem englischen Biochemiker Francis Harry Compton Crick und dem US-amerikanischen Biochemiker James Dewey Watson, die auf dem gleichen Gebiet forschten, lehnte Franklin ab. Sie verbesserte gemeinsam mit ihrem Kollegen Raymond Gosling eine Technik, der kristallinen Form extrahierter DNA Wasser zuzusetzen. Dabei fanden sie heraus, dass sich diese DNA völlig veränderte und die bisher aufschlussreichsten Röntgenbilder brachte. Franklin interpretierte die Bilder Anfang 1953 zutreffend als Hinweis auf eine spiralförmige DNA-Struktur, veröffentlichte die Ergebnisse aber nicht sofort. Wenige Wochen später kamen ihr diesbezüglich Crick und Watson zuvor. Sie publizierten ihre Erkenntnisse über die DNA-Struktur und beanspruchten somit den Erfolg für die Lösung des biochemischen Rätsels eindeutig für sich. Zu Beginn stritten die beiden ab, dass sie mit Hilfe von unveröffentlichten Forschungsberichten von Franklin zu ihren Ergebnissen kamen. Erst Jahre später gestanden die beiden ein, dass ihr Modell ohne Franklins Daten nicht zustande gekommen wäre. 1958 diagnostizierten Ärzte bei Franklin Krebs, dem sie noch im selben Jahr erlag. Crick, Watson und Wilkins erhielten 1962 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Rosalind Franklin ging leer aus, da das Nobelkomitee posthum keine Ehrungen vergibt.